Geschichten

Sprachen und Religionen in Sri Lanka

Sri Lanka hat mehr als 20 Mio. Einwohner, von denen ca. 750.000 in der Hauptstadt Colombo leben. Die meisten leben auf dem Land und selbst die Singhalesen in den Großstädten führen eine sehr traditionelle Lebensweise.

Die Landessprachen sind Singhalesisch und Tamil, wobei der Großteil der Bevölkerung, nämlich etwa 73,8 %, Singhalesisch spricht. Auf Regierungsebene ist Englisch die Amtssprache und wird auch in der Verfassung als Linksprache anerkannt. Jedoch spricht nur ca. 10% der Bevölkerung Englisch auf einem höheren Kompetenzniveau. Die drei Sprachen werden heute in den Primärstufen im ganzen Land unterrichtet.

Genau wie die Sprachen, sind im Lande auch mehrere Religionen. Es ist bemerkenswert, welch eine Vielfalt die Insel an Religionen bietet. Vor allem aber ist es toll zu sehen, wie respektvoll mit den unterschiedlichen Religionen umgegangen wird und wie friedliche die Einwohner zusammen leben, trotz unterschiedlicher Glaubensrichtungen (von einigen einzelnen Spannungen abgesehen). Es ist nicht ungewöhnlich in einer Straße eine Buddha- Statue, eine Kirche, einen Hindu Tempel und eine Moschee zu sehen. Durch die vielen Kulturstätten und die vielen religiösen Festen, welche das ganze Jahr immer wieder stattfinden, lässt sich leicht erkennen, dass die Religion in der sri-lankischen Kultur einen sehr hohen Stellenwert hat. Außerdem ist die Religion der allgemein Ursprung der verschiedenen Gemeinschaften der Insel. Die vier Hauptreligionen hier sind Buddhismus, Hinduismus, Islam und Christentum.

Buddhismus

Die meisten Einwohner der Insel sind Buddhisten, nämlich über 70%. Das sieht man auch an den unzähligen Buddha-Statuen, Dagobas und Tempeln überall im Lande.

Buddhisten sind meist singhalesisch. An der Westküste, nördlich von Colombo, gibt e aber auch eine singhalesische Gemeinde, welche katholisch ist.

Hier gibt es einige UNESO- Weltkulturerbestätten, wie zum Beispiel der Dambulla Höhlentempel, die alte Königsstadt Anuradhapura oder die antike Stadt Polonnaruwa, welche zeigen, wie groß die Bedeutung des Buddhismus in Sri Lanka ist, und das schon seit Jahrhunderten. Schon im 3. Jahrhundert vor Christus wurde der Biddhismus von den Emissären des indischen Kaisers Ashoka nach Sri Lanka gebracht. Dank der Bekehrung des singhalesischen Königs Devanampiya Tissa, hat sich die Religion dann hier verwurzelt.

Für Buddhisten sind die Vollmondtage, genannt „Poya“ sehr heilige Tage. An diesen Feiertagen finden viele religiöse Zeremonien auf den Straßen und in den Tempeln statt. Die bekanntesten Festage sind Vesak, das Lichterfest im Mai, Poson im Juni (hier wird die Einführung des Buddhismus in Sri Lanka gefeiert) und das berühmte Esala Perahera im Juli und August in Kandy. Die „Peraheras“ (auf Deutsch: Prozessionen) finden mehrmals im Jahr statt, aber das Perahera in Kandy ist besonders, da es zu Ehren der heiligen Reliquie, des Zahnes von Buddha, gefeiert wird.

Eine Höhle vom Dambulla Höhlentempel

Hinduismus

Die aus Indien stammende Hindu- Religion wurde von tamilischen Königen zuerst im Norden Sri Lankas eingeführt. Etwa 12% der Bevölkerung sind Hindus, vor allem die Tamilen. Es gibt aber auch eine tamilische Gemeinschaft im Norden, welche christlich ist).

Hinduistische Gemeinden findet man vor allem im Norden und Osten der Insel. Vor allem in Jaffna und Trincomalee gibt es sehe beeindruckende und wunderschöne Hindu Tempel. Aber auch im Bergland ist der Hinduismus verbreitet, da vor allem im 19. Jahrhundert die Tamilen zum Arbeiten in die Teeplantagen geschickt wurden. Es ist keine Seltenheit, dass man in einem kleinen Dorf sowohl hinduistische als auch buddhistische Tempel findet.

Die wichtigsten religiösen Festtage im Hinduismus sind Thai Pongal im Januar, bei dem den Göttern der Fruchtbarkeit gedankt wird, das Neujahrsfest im April und Deepavali, ein Lichterfest im November.

Ein wunderschöner Kovil

Islam

Etwa 7% der Bevölkerung gehört dem Islam an. Die muslimische Religion wurde von arabischen Siedlern eingeführt, welche als eine der ersten Nationen mit Sri Lanka Handelsgeschäfte betrieben. Ab dem 8. Jahrhundert bauten diese an der gesamten Westküste ihr Territorium auf.

Heute ist der Islam in Sri Lanka gut vertreten und es gibt viele Koranschulen im Lande. Auch Moscheen sind reichlich zu finden, etwa 5000 Stück im ganzen Lande, einschließlich der beeindruckendsten und wohl schönsten Moschee im Herzen von Colombo, der Jami Ul Alfar, welche im Jahre 1909 erbaut wurde.

Die beeindruckende Jami Ul Alfar Moschee in Colombo

Christentum

Dem Christentum gehören ca. 6% der Inselbewohner an. Sie sind überall auf der Insel verteilt, die größte Gemeinde aber findet man in Negombo, einer Stadt, nahe Colombo. Negombo wird auch oft „klein Rom“ genannt, da sie vor allem durch die Vielzahl an Kirchen geprägt ist. Das Christentum wurde von den portugiesischen, englischen und holländischen Kolonisatoren nach Sri Lanka gebracht. Etwa 90% der Christen sind hier katholisch, der Rest sind überwiegend Protestanten.

Die Kirchenarchitektur in Sri Lanka hat nicht selten koloniale Style, welche oftmals auch sehr bunt gestaltet sind.

Eine Kirche im Norden Negombos

Wusstest du, dass die Flagge Sri Lankas, welche auch Flagge des Löwens genannt wird, vier Blätter abbildet, welche die Blätter eines Baumes darstellen sollen, unter denen Buddha gerne meditierte. Durch die Farben Grün und Orange auf der Flagge werden aber auch der Hinduismus und der Islam miteingebunden.

Der Adams Peak, der höchste Gipfel Sri Lankas ist außerdem ein einzigartiger Ort, da sich hier Pilger aller vier Religionen jedes Jahr zwischen Dezember und Mai gemeinsam treffen. Sowohl Buddhisten, Hindus, Muslime und Christen besteigen den 2.243 Meter hohen Berg.

Der Naturwissenschaftler Theodore Monod sagte einmal: „Die Gläubigen klettern alle auf einen Berg, aber alle auf verschiedenen Wegen. Jeder klettert auf einer Seite des Berges. Am Ende aber erreichen sie alle den gleichen Gipfel“

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